Kultur

 

Fort Lauderdale ist eine Stadt, die in den letzten Jahrzehnten viele neue kulturelle Institutionen hervorgebracht hat. Darunter befinden sich Musicaltheater und die Florida Grand Opera. Auch Wissenschafts- und Kulturmuseen finden ihren Platz in der Stadt und machen den Badeort auch zu einem interessanten Reiseziel für Kulturliebhaber.

 

Broward Center for the Performing Arts

Im Broward Center for the Performing Arts wird darstellende Kunst aller Art aufgeführt. Das Programm reicht von Komödien und Fantasy bis hin zu Tanzveranstaltungen und Theaterstücken. Auch Jazzkonzerte, Opern und Broadwaymusicals werden aufgeführt.

Das 1991 fertiggestellte Kulturzentrum besteht aus vier Sälen, von denen der größte 2.800 Menschen aufnehmen kann.

 

African-American Research Library and Cultural Center

Das African-American Research Library and Cultural Center bietet eine Unmenge an Informationen rund um die afroamerikanische Bevölkerung der USA. Durch über 80.000 Briefe, Schriften und Artefakte bekommt man einen Einblick in die Geschichte der afrikanischen Nachfahren von der Sklavenzeit bis heute.

 

Bonnet House Museum and Gardens

Im Bonnet House Museum und den anliegenden, 400.000 qm² großen Gärten kann man das Florida des letzten Jahrhunderts bewundern. Schatten spendende Palmen und Bänke zum Ausruhen finden sich in der Gartenoase. Das Bonnet House war die Wohnung von Frederic Clay Bartlett und wurde von diesem 1921 erbaut. Nicht nur die skurrilen Gemälde Bartletts sind Kunstwerke, das gesamte Haus mit seiner kunstvollen und gezielt ausgewählten Einrichtung ist ebenfalls eins.

 

Fort Lauderdale Antique Car Museum

Das Fort Lauderdale Antique Car Museum ist ein Muss für Autoliebhaber. Der erfolgreiche Blumenhändler begann in den 1940ern, Autos der Marke Packard zu sammeln. In seinem Museum findet man neben über 20 Packards von 1900 bis 1940 auch viele Entwürfe und Einzelteile wie Schalthebel und Anzünder.

 

International Swimming Hall of Fame Museum

Die International Swimming Hall of Fame ist die Ruhmeshalle des Wassersports. Hier finden sich Pokale, Medaillen und Auszeichnungen aller Größen und Formen. Man kann die Geschichte des Wasserballs, das Turmspringen und aller Schwimmstile nachvollziehen und auch die Trainingsbahnen der amerikanischen Olympiaschwimmer benutzen.

 

The Art Institute of Fort Lauderdale

Die Art Institute ist in erster Linie eine Kunstschule, die zweite ihrer Art von geplanten 42. Aber man kann hier auch die Werke der Schüler und Gastkünstler in der Mark K. Wheeler Gallery betrachten und so einen Einblick in die zukünftige Entwicklung der Kunst bekommen. Auch ein prämiertes Restaurant, das Chef's Palette, befindet sich im Komplex.

 

Museum of Discovery and Science

Das Museum of Discovery and Science ist ein Wissenschaftsmuseum in Fort Lauderdale und besitzt neben äußerst interessanten Ausstellungen, unter anderem zu den Themen Raumfahrt und Ökologie ein IMAX-Kino mit einem 18 x 24 Meter großen Bildschirm.

 

Old Dillard Art and Cultural Museum

In der ehemaligen Old Dillard High School, der ersten Schule für farbige in Fort Lauderdale, befindet sich heute das Old Dillard Art and Cultural Museum. Es werden afrikanische und afroamerikanische Artefakte in traditionell schulischer Umgebung ausgestellt.

 

Indian Arts and  Crafts Center

Im Indian Arts and Crafts Center wird die Lebensweise der Seminole-Indianer porträtiert. Man erfährt vieles über den Krieg gegen dieWeißen, traditionelle Stammesriten und mehr.

 

 

Geschichte

 

Die ersten Menschen siedelten bereits vor 4.000 Jahren in der Region um Fort Lauderdale. Vor dem 20. Jahrhundert trug die Gegend die Bezeichnung "New River Settlement". Die ersten Europäer waren Spanier, die im 16. Jahrhundert in die Region kamen. Sie brachten Krankheiten wie die Pocken mit sich, die den ansässigen Tequesta-Indianern zum Verhängnis wurden.

 

1763 wurde im Pariser Frieden Florida Großbritannien zugesprochen. Davor hatte Florida zum spanischen Kolonialreich gehört. 1783 wurden, ebenfalls in Paris, weitere Abkommen unterzeichnet, die den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg beendeten und unter anderem Florida wieder Spanien zusprachen. Die ersten beiden Familien ließen sich 1788 im New River Settlement nieder. Zu dieser Zeit entstand auch der Indianerstamm der Seminole, die in der Folgezeit durch britische und amerikanische Siedlungen immer weiter südlich gedrängt wurden.

 

Im Adams-Onís-Vertrag von 1819 wurde die Übergabe Floridas an die USA geregelt. Spanien erhielt einen Schuldenerlass von fünf Millionen Dollar. Der Vertrag trat 1821 in Kraft. Rund 10 Jahre später lebten rund 70 Menschen in der Gegend von Fort Lauderdale. 1838 wurde das erste Fort in der Region errichtet und nach dem Major William Lauderdale benannt, aber schon ein paar Monate später von den Indianern zerstört. Bald darauf wurden zwei weitere Forts mit dem gleichen Namen gebaut. Nach dem Ende des Krieges mit den Seminole-Indianern lebten nur wenige Menschen in der Gegend.

 

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die erste Straße gebaut und die erste Fährenroute über den New River eingerichtet, sodass es Frank Stranahan 1893 möglich wurde, das heute älteste Haus im ganzen Bezirk Broward zu bauen. Die Bevölkerung wuchs danach stark an, Anfang 1925 wurden über 5.000 Einwohner gezählt, im Dezember desselben Jahres sogar über 15.000. Die ersten Kanäle und eine Autobrücke wurden konstruiert, doch die Infrastruktur konnte den rapiden Bevölkerungsanstieg nicht bewältigen. 1926 verwüstete der Miami Hurricane die Stadt, was zum Tod von 50 Menschen und dem Einsturz von rund 3.500 Gebäuden führte. Erst 1940 wurden mit 17.000 Menschen wieder ähnlich viele Einwohner wie 1925 gezählt. In den 1940ern wurde die Naval Air Station Fort Lauderdale gegründet, wo Tausende von Navy-Piloten ausgebildet wurden, unter ihnen auch George W. Bush Senior.

 

Der Militärflughafen wurde nach dem Ende des 2. Weltkriegs zu einem zivilen Flughafen umfunktioniert, der auch heute noch genutzt wird. 1960 lebten über 80.000 Menschen in der Stadt, die zum beliebten Spring-Break-Ziel von College-Studenten wurde. 1985 fand das letzte große Spring Break in Fort Lauderdale statt, danach hat in Fort Lauderdale eine umfangreiche kulturelle Renaissance stattgefunden. Zahlreiche Museen und Theater wurden eingerichtet.

 

Fort Lauderdale ist heute ein beliebtes Reiseziel, vor allem für europäische Touristen. Die Stadt hat rund 150.000 Einwohner und bietet ihren Besuchern eine Vielzahl von Attraktionen und wunderschöne Sandstrände.